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Spontan
entschied ich mich in der Woche nach dem Brückenlauf, beim Halbmarathon
in Alsdorf an den Start zu gehen. Auf der wunderschönen Strecke,
die teilweise über den Hellerhöhenweg und dem Siegerländer
Höhenring verläuft, war ich das letzte Mal 2006 unterwegs gewesen.
Ich hatte den Lauf von damals allerdings nicht in ganz so guter Erinnerung,
weil ich mich da am Schluss bei warmen Bedingungen ziemlich gequält
hatte.
Dieses Mal war es aber mit teils sonnigen 18 Grad sehr angenehm zu laufen.
Bevor es losging, mussten erst mal wieder alle Läufer mit 3 Busen
zum Örtchen "Lippe" gebracht werden. Von da aus hatten
wir dann etwa 1km zum Start zu wandern und konnten dann mit einem komfortablen
Zeitpolster die üblichen Startvorbereitungen erledigen. Bei der Startaufstellung
stellte ich mich relativ weit hinten hin, da ich das Anfangs-Bergaufstück
betont ruhig angehen wollte. Obwohl ich dabei auf dem relativ schmalen
Teerweg ziemlich viele Läufer überholte, gelang das ganz gut.
Als der höchste Punkt der Strecke nach ca. 1,5km überwunden
war, lief ich eine Weile in etwa 50m Abstand zu meinem Vereinskollegen
Hanjo, während kurz hinter mir die spätere Gesamtsiegerin der
Frauenwertung, Caprice Giehl und ein weiterer Läufer waren. Nach
etwa 3km überholte ich dann Hanjo und ab nun sollte es für mich
ein recht einsames Rennen werden. Nur auf weit einsehbaren Streckenteilen
sah ich vor mir Jürgen und Christoph. Ich hatte nun auf den überwiegend
nur leicht bergab gehenden Streckenteilen einen guten Rythmus gefunden
und fühlte mich ganz wohl. Anscheinend hatte ich auch recht schnell
einen größeren Abstand zu Hanjo gelegt, da ich von hinten nichts
mehr hörte. Nachdem man nach etwa 8km an der Waldgaststätte
am Hohenseelbachskopf vorbeigekommen war, ging es nun Richtung Hüllbuche.
Dort hätte ich fast den leicht zu übersehenden Abzweig von der
Teerstraße zum 10km-Startpunkt verpasst, aber eine Zuschauerin gab
mir zum Glück noch rechtzeitig den richtigen Hinweis. Etwas Sorgen
bereitete mir nun immer mehr meine linke Wade, die schon die ganze Zeit
etwas gezwickt hatte, was sich aber nun verstärkte. Gerade bei den
Steigungen, die nun auf dem 3. Viertel der Strecke folgten, wurde das
Ziehen so stark, dass ich jeden Moment eine Zerrung befürchtete.
In dieser Phase überholte ich einen langsamer werdenden Läufer,
was mich zumindest ein wenig von der Problematik ablenkte. Nach km 15
war die letzte längere Steigung der Strecke absolviert und ich wusste
nun, das es für die nächsten 4km relativ steil bergab ins Tal
ging. Kurioserweise spürte ich bergrunter die Wade nun nicht mehr
so stark und ich konnte wieder etwas "aggressiver" laufen. 2km
vorm Ziel verließ man über einen Wurzelpfad den Wald und über
eine Wiese erreichte ich die ersten Häuser von Alsdorf. Etwa 100m
vor mir sah ich jetzt Triathlet Marco, dem ich zwar näher kam, aber
da es bis zum Ziel nun nur noch 1km war, war da nichts mehr zu holen.
Nachdem dann 300m vorm Ziel das letzte "Vielleicht-Hindernis"
mit einem evt. geschlossenen Bahnübergang erfolgreich überwunden
war, kam ich nach 1:21:36h in Ziel.
Von diesem Ergebnis bin ich eigentlich sehr positiv überrascht. Da
Bergablaufen nicht unbedingt meine Spezialität ist, hatte ich nach
dem Ergebnis beim Brückenlauf eher mit einer Zeit um 1:23/1:24 gerechnet.
So war ich sogar nur um ein paar Sekunden langsamer als 2004 und 2006,
als es aber auch jeweils deutlich wärmer war. Auch die Platzierungen
mit Gesamtplatz 8 (von 180) und dem 2. Platz in der M45 waren absolut
okay.
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